Sonderausstellung im Museum: "800 Jahre - Alsfeld jubelt"

Mit einer Sonderausstellung geht es für den Geschichts- und Museumsverein nach über sechs Jahren wieder in einem ersten Schritt in den Museumsalltag. Archivfoto: Andreas Ungermann

Nach über sechs Jahren steht die erste Ausstellung im Alsfelder Museum anlässlich des Stadtjubiläums und des 125-jährigen Bestehens des Geschichts- und Museumsvereins an.

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ALSFELD. Es ist ein erster Schritt zurück ins Museumsleben. Seit Dezember 2015 das Museum in Alsfeld aufgrund umfangreicher Sanierungsarbeiten geschlossen. Das Neurathhaus ist der erste fertiggestellte Gebäudeteil des zukünftigen Stadtmuseums. Dort zeigt ab dem 15. Mai der Geschichts- und Museumsverein Alsfeld (GMV) eine groß angelegte Sonderausstellung mit dem Namen "800 Jahre - Alsfeld jubelt" im neuen Museum. Denn nicht nur feiert die Stadt in diesem Jahr Jubiläum, auch der GMV wird 125 Jahre alt. Der Verein nimmt diese freudigen Ereignisse zum Anlass für die umfangreiche Schau, heißt es in einer Pressemitteilung von "ConCultura" aus Bonn, die in enger Abstimmung mit dem GMV das Konzept erarbeitet hat.

Der Grundgedanke: Warum nicht das Jubeln selbst zum Thema einer Ausstellung machen? Denn: Die Entwicklung zur Stadt, Reformation, die Erbauung des für Alsfeld so prägenden Rathauses, die Gründung von Fabriken wie der Stuhlfabrik und damit die Schaffung von Arbeitsplätzen, Alsfeld als Fachwerkmodellstadt und vieles mehr ist Grund zum Jubeln. Insgesamt werden 76 Jubelanlässe thematisiert, heißt es in der Mitteilung. Der Grundsatz: In der Ausstellung steht immer ein Objekt für einen konkreten Jubelanlass aus der Alsfelder Stadtgeschichte. Vielleicht wird im Laufe des Jubelgangs das ein oder andere irritieren. Denn die Menschen in der Vergangenheit hatten andere Wertvorstellungen als wir heute, heißt es in der Ankündigung. Sie jubelten zum Teil auch über Ereignisse, die in der Rückschau absolut negativ wahrgenommen werden. Die 1914 vorherrschende Begeisterung über den Ausbruch des Ersten Weltkriegs sei ein solches Beispiel. Was bejubelt wird und was nicht, ist auch immer zeit- und perspektivgebunden. Auch diese Kehrseite, das "negative Jubeln", wird in der Ausstellung an einigen Stellen thematisiert. Im zur Ausstellung erhältlichen Textheft finden sich Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Jubel-Geschichten, die Besucher durchblättern und an den jeweiligen Stationen begleitend lesen können. Diese sind auch über QR-Codes abrufbar. Auf diese Weise können sie in den neu gestalteten Räumen des Stadtmuseums im Neurathhaus jubelnd durch die Alsfelder Stadtgeschichte wandern.

An der Sonderausstellung haben viele verschiedene Personen aus unterschiedlichen Institutionen und Arbeitsbereichen mitgearbeitet. Die Schirmherrschaft hat das Mitglied des Bundestages Prof. Dr. Helge Braun übernommen. Die Mitglieder des Geschichts- und Museumsvereins taten dies allesamt auf rein ehrenamtlicher Basis. Das Konzept wurde von "ConCultura" gemeinsam mit dem GMV Alsfeld erstellt. Die Erstellung der Textbeiträge zur Ausstellung erfolgte ebenfalls in enger Zusammenarbeit.

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Über den Verein

Der Geschichts- und Museumsverein (GMV) hat in Alsfeld eine lange Tradition. Er wurde am 9. September 1897 von Alsfelder Bürgern als "Geschichts- und Alterthumsverein" gegründet. Unter diesem Namen firmierte er bis 1968. Die Gründer wollten sich damals gegen den wiederholten Verkauf von "städtischen Alterthümern" stellen und machten es sich somit zur Aufgabe, wertvolle Quellen und Kulturgüter der Alsfelder Geschichte für die Nachwelt zu erhalten. Die Gründungsmitglieder waren Gustav Ramspeck, Louis Sondermann, Carl Weitz, Julius Waldeck, Ludwig Martin und Friedrich Ehrenklau.

Seither hat der Verein beachtliche Arbeit auf mehreren Gebieten geleistet: Das Stadtmuseum Alsfeld präsentiert die Alsfelder Kulturgeschichte für ein breites Publikum und wird aktuell umfassend modernisiert. Es verfügt über eine breite und facettenreiche Sammlung von mehr als 10 000 Exponaten. Archiv und Bibliothek umfassen reichhaltige Quellen und Literatur zur Alsfelder Geschichte und die Mitteilungen des GMV - die Schriftenreihe, in der die Forschungsarbeit des Vereins veröffentlicht wird - sind überregional bekannt. Der GMV verwaltet somit das kulturelle Gedächtnis Alsfelds.