Kamax will Standort in Alsfeld schließen

Das Kamax-Werk in Alsfeld soll bis zum Sommer 2021 geschlossen werden. Archivfoto: Krämer

Die Geschäftsführung von Kamax in Homberg plant, das Werk in Alsfeld bis zum Sommer 2021 zu schließen. Auch in Homberg sind "Personalanpassungen", die rund 100 Mitarbeiter...

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. HOMBERG/ALSFELDDie Geschäftsführung von Kamax in Homberg plant, das Werk in Alsfeld bis zum Sommer 2021 zu schließen. Auch in Homberg sind "Personalanpassungen", die rund 100 Mitarbeiter betreffen, vorgesehen. Das geht aus einem internen Schreiben der Geschäftsführung hervor, dass am Donnerstag an die Mitarbeiter verteilt wurde und der Redaktion vorliegt. Das Unternehmen aus der Zulieferbranche der Automobilindustrie sei von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona- sowie die Automobilkrise "gleich doppelt hart getroffen", wie es in dem Schreiben heißt. Diese Zeitung hatte bereits am Donnerstag über den erwarteten Umsatzrückgang von 100 Millionen Euro für die deutschen Werke der Gruppe sowie Planungen über eine mögliche Werksschließung in Alsfeld berichtet. Laut dem Schreiben der Unternehmensführung seien dies Sparmaßnahmen notwendig, weil zudem mit einem Verlust von "mehr als 20 Millionen Euro" zu rechnen sei. Kurzarbeit werde bis Ende 2020 notwendig. Hintergrund für das Schreiben sind die am Donnerstag begonnen Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft, denn schon seit Beginn der Corona-Pandemie zeichnete sich die Schieflage immer mehr ab. Im Werk in Alsfeld wird schon lange Kurzarbeit geleistet. Neben dem Personalabbau im Vogelsberg, will Kamax auch in ganz Europa die Mitarbeiter reduzieren, und zwar "im unteren dreistelligen Bereich je Standort", wie es in dem Mitarbeiterschreiben formuliert ist.

Die Gewerkschaft IG Metall hatte schon im April ein wirtschaftliches Gutachten erstellen lassen, das beleuchten sollte, ob die Kamax-Gruppe in ihrer Existenz bedrohend sei, wenn diese Maßnahmen nicht ergriffen würden. Aus Sicht der Gewerkschaft, hatte der 1. Bevollmächtigte Stefan Sachs dieser Zeitung gegenüber bereits am Mittwoch betont, dass aus seiner Sicht keine existenzbedrohende Lage vorliege. Daher wolle die Gewerkschaft am gültigen Ergänzungstarifvertrag fest. Um diesen ging es auch in den Gesprächen am Donnerstag. Der Tarifvertrag schließt eigentlich betriebsbedingte Kündigungen bis zum März 2021 aus. Weitere Informationen folgen.