Helge Braun in Videokonferenz

Kanzleramtsminister Helge Braun.Screenshot: Streubig

(mge). Die Kanzlerin musste sich etwas gedulden. Um 19.10 Uhr wollte Angela Merkel (CDU) eigentlich ihren Kanzleramtsminister empfangen, doch Helge Braun (CDU) antwortet zu...

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ALSFELD. (mge). Die Kanzlerin musste sich etwas gedulden. Um 19.10 Uhr wollte Angela Merkel (CDU) eigentlich ihren Kanzleramtsminister empfangen, doch Helge Braun (CDU) antwortet zu diesem Zeitpunkt in einer Videokonferenz noch auf eine Frage von Siena Ochs, Inhaberin der Parfümerie Pur in Alsfeld. Dann aber musste er wirklich los.

Eingeladen zu der Videokonferenz hatte der CDU-Stadtverband Alsfeld die heimischen Unternehmer – und eben Kanzleramtsminister Helge Braun, der Rede und Antwort rund um die Auswirkungen der Corona-Pandemie stand. Rund zehn Unternehmer, darunter Silke Blankenhagen, Daniel Vitt, Birgit Günther, Mike Schneider, Holger Feick, Helmut Euler, Volker Rößner, Thorsten Schneider und Jürgen Litzka nahmen das Angebot an. Ute Eisenach vom gleichnamigen Modehaus in der Obergasse zum Beispiel äußerte ihren Unmut und ihr Unverständnis über viele in der Vergangenheit von der Politik getroffenen Entscheidungen. Sie habe teilweise das Gefühl, dass sie fernab jeglicher Praxis gehandelt hätten und meint etwa die Komplexität von Überbrückungshilfen. Auch stellte sie die Frage, wie es nach der Pandemie mit dem Einzelhandel weitergehen solle. Er stehe zunehmend in Konkurrenz mit dem Online-Handel großer Unternehmen, die vom Staat noch unterstützt würden, etwa, weil sie keine Steuern zahlen müssten, weil kostenlose Retouren erlaubt seien, weil Paket-Abholstationen in den Städten bezuschusst würden. Siena Ochs wiederum kritisierte, dass das Kurzarbeitergeld für viele Mitarbeiter auf Dauer nicht ausreiche und sie deshalb um ihr Personal fürchte. Sollte sich die Situation nicht bald ändern, werde auch sie sich im Sommer einen neuen Job suchen müssen. Helge Braun stimmte in vielen Punkten zu. Auch er habe zum Beispiel die erste Soforthilfe zu Beginn der Pandemie für am effektivsten gehalten. Leider habe es dabei zahlreiche Betrugsfälle gegeben, weshalb das Antragstellen über einen Steuerberater unausweichlich geworden sei. Er nehme viele Anregungen und Ideen aus dem Abend mit, sagte er und meinte zum Beispiel die Diskussion um kostenlose Paket-Retouren oder um eine Notwendigkeit weiterer Förderungen für den Erhalt von Innenstädten. Er wolle weiterhin in Alsfeld helfen, wo es gehe, sagte Braun, bevor er sich dann eilig aufmachte. Die Kanzlerin wartete.