Das digitale Klassenzimmer an der Alsfelder...

Unterricht in der iPad-Klasse mit Schulleiterin Anne Christ. Was auf der Tafel zu sehen ist, haben die Schüler direkt auf dem iPad vor sich (Bild oben). Eine Schülerin schreibt mit dem Stift auf ihrem täglichen Arbeitsgerät (Bild unten links). Ein Koordinatensystem auf dem Bildschirm im Matheunterricht (Bild unten rechts)   Fotos: zweikopf Agentur

2017 ist an der Geschwister-Scholl-Schule die erste iPad-Klasse eingerichtet worden. Das Lernen hat sich in diesen stark verändert.

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ALSFELD. Die erste iPad-Klasse der Geschwister-Scholl-Schule in Alsfeld wurde im Jahr 2017 eröffnet. Sie wurde als Pilotprojekt gestartet. Seitdem wurde jedes Jahr eine weitere iPad-Klasse aufgemacht. Mittlerweile gibt es jetzt drei solcher Klassen. Das Tablet müssen die Schüler selber finanzieren. Ein Vorteil der iPad-Klassen ist, dass wir Schüler keine Bücher mehr mitschleppen müssen, weil wir alle Bücher auf dem iPad haben. In der App GoodNotes sind alle Schulhefte gesammelt. Wir Schüler müssen nicht jeden Tag unsere Taschen packen, sondern haben nur das iPad dabei. Die Ausrede, "ich habe mein Heft vergessen", zieht leider nicht mehr. Die Vorteile überwiegen jedoch. Keiner muss mehr einen schweren Ranzen auf dem Rücken tragen, und auch die Umwelt profitiert davon, weil wir kein Papier mehr verbrauchen. Auch das Vergleichen von erarbeiteten Sachen ist viel einfacher. Man kann das iPad mit dem Aktiv-Board (Digitale Tafel) über AppelTv verbinden, dann können alle Schüler viel besser die erarbeiteten Sachen gemeinsam an der digitalen Tafel vergleichen. Auch Klassenarbeiten werden auf dem iPad geschrieben. Die Lehrer schicken uns die Arbeit direkt auf unsere iPads, und wir füllen sie dann aus. Es gibt aber noch eine App, die heißt Classroom. Damit können die Lehrer genau sehen, was jeder einzelne Schüler macht. Beispielsweise ob er während der Klassenarbeit im Internet nach der richtigen Lösung sucht, oder im Heft spickt. Die Classroom-App wird aber nicht nur für Arbeiten genutzt, sondern auch für den Unterricht. Die Lehrer können überwachen, ob die Schüler im Unterricht mitarbeiten oder ob sie spielen oder etwas anderes machen. Präsentationen sind mit dem iPad auch möglich - über die App Keynote, die ist so ähnlich wie PowerPoint. Das Präsentieren wird dadurch einfacher. Man muss eine zu Hause erarbeitete Präsentation nicht mehr auf einen USB-Stick ziehen. Stattdessen können wir Schüler das iPad mit dem Aktiv-Board verbinden und dann unsere Präsentation der Klasse vorführen. Außerdem haben heutzutage nicht mehr alle Schüler PCs zu Hause, sodass auch sie mit dem iPad digitale Präsentationen anfertigen können.

Eine gewöhnliche Unterrichtsstunde in der iPad-Klasse läuft so ab: Wir arbeiten in digitalen Schulbüchern. Der Lehrer ist mit dem Aktiv-Board verbunden und hat das Buch geöffnet. Er zeigt uns die Aufgaben. Manchmal bekommen wir ein Arbeitsblatt geschickt über AirDrop - eine App, womit man Dateien verschicken kann. Das geht ganz einfach und dann hat jeder das Arbeitsblatt in digitaler Form vorliegen. Auch wird kein Papier verschwendet. Dann bearbeiten wir das Arbeitsblatt. Wenn wir fertig sind, darf ein Freiwilliger sich mit dem Aktiv-Board verbinden und seine Ergebnisse an der Tafel präsentieren. Alle andern Schüler können das Ergebnis sehen und vergleichen. Wir benutzen das iPad in allen Fächern. Die Klassenarbeiten werden allerdings nicht in allen Fächern auf dem iPad geschrieben, beispielsweise in Mathe nicht. In Mathe müssen wir mit dem Lineal zeichnen, und das geht auf dem iPad nicht. Viele Leute denken, dass die Handschrift durch das iPad verloren geht. Das stimmt jedoch nicht, da wir mit einem "Apple Pencil" (Stift) auf unseren Geräten auch mit der Hand schreiben können. Ob wir die Tastatur benutzen oder mit der Hand schreiben, dürfen wir uns in der Regel aussuchen. Es sei denn der Lehrer möchte, dass wir mit dem Stift schreiben. Das Lernen hat sich durch das iPad verändert. Beispielsweise gibt es Apps zum Vokabellernen. Auch im Sport benutzen wir das iPad manchmal. Wir filmen den Sportunterricht, so können wir uns am Ende zum Beispiel das Basketballspiel nochmal ansehen. Wir haben auch eine App, mit der wir während eines Spiels Punkte zählen können. Wenn einer am Sportunterricht nicht teilnehmen kann, dann zählt er über die App die Punkte.

Persönliches Fazit

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Da wir unsere iPads selbst gekauft haben, können wir sie auch zu privaten Zwecken nutzen. Ich finde, die iPad-Klasse ist eine gute Sache. Man lernt, mit digitalen Geräten umzugehen. Es gibt viele Vorteile aber auch Nachteile. Die Vorteile überwiegen jedoch. Gut ist, dass wir kein Papier mehr benutzen. Schlecht ist, wenn einer Hausaufgaben macht, kann er sie an die ganze Klasse schicken. Ich würde mich wieder für die iPad-Klasse entscheiden.

Von Julia Schlosser