Pohlheimer wegen Waffenhandel vor Gericht

Symbolfoto: dpa

Mit Waffen sowie Cannabis, Marihuana und Anabolika soll ein 40-Jähriger aus Watzenborn-Steinberg gehandelt haben. Jetzt muss er sich vor Gericht verantworten.

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. POHLHEIM (kalg). Ein 40-jähriger Pole mit Wohnsitz in Watzenborn-Steinberg muss sich wegen Verstößen gegen das Kriegswaffenkontroll- und das Betäubungsmittelgesetz vor der 2. Strafkammer des Landgerichts Gießen verantworten. Bei einem Rechtsgespräch nach dem Prozessauftakt, das nach Mitteilung des Vorsitzenden Richters Jost Holtzmann stattfand, ging es nicht nur um die Strukturierung der Beweisaufnahme, sondern auch um eine Verständigung über das Strafmaß. Dies hatte die Staatsanwaltschaft jedoch abgelehnt, da das Verfahren für eine Verständigung nicht geeignet sei.

Konkret wird dem Mann vorgeworfen, mit Maschinengewehren und Pistolen samt Munition sowie mit Cannabis, Marihuana und Anabolika gehandelt zu haben. Zu Beginn der weiteren Beweisaufnahme berichtete ein Kriminaloberkommissar über die Durchsuchung der Wohnung der Ehefrau des Angeklagten. Dabei fanden die Beamten in der Küche eine Pappschachtel mit Munition und auf dem Kühlschrank eine weitere Schachtel mit einer Pistole. Später sei deutlich geworden, dass die Munition nicht zur Waffe passte. Auf Nachfragen des Richters berichtete der Kommissar, dass die bei der Untersuchung anwesenden Kinder sich nicht erklären konnten, wie diese Gegenstände in die Wohnung gelangt seien. Der Vater würde nicht mehr dort wohnen, sei aber öfters da.

Die Ehefrau und der 21-jährige Sohn hatten am ersten Verhandlungstag von ihrem Zeugnis- und Auskunftsverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Nach der Belehrung durch Richter Holtzmann bezüglich des Auskunftsverweigerungsrechts und der Übersetzung durch eine Dolmetscherin verweigerte auch der 27-jährige Cousin des Angeklagten die Aussage.

Im Laufe der Verhandlung übersetzte die Dolmetscherin Passagen aus Chatverläufen, deren vorherige Übersetzung von der Verteidigung beanstandet worden war. Hierin fielen Sätze wie "Die Makkaroni/Nudeln sind fertig", "Soll ich denjenigen/das morgen abholen?" oder "Wenn du etwas Kleines zusammenfügen würdest. Das wäre schön". Nudeln waren zuvor als Synonyme für Maschinenpistolen gebraucht worden.

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Von einem ungewöhnlichen Fund berichtete ein 57-jähriger Zeuge, der im April 2020 eines Morgens auf der Ladefläche seines Autos eine Maschinenpistole fand. "Ich habe das Auto am Vortag auf dem Parkplatz abgestellt, da bin ich mir sicher, dass dort noch keine Maschinenpistole lag", so der Zeuge. Der Parkplatz war frei zugänglich, die Maschinenpistole wurde von der Polizei sichergestellt. Der Maurer berichtete, er sei tags zuvor mit dem Auto auf verschiedenen Baustellen gewesen.

Staatsanwaltschaft Rouven Spieler erklärte auf Nachfrage, dass das Auto nahe der Fluchtroute des 27-jährigen mutmaßlichen Käufers stand, der später in Gambach in einer Scheune leblos aufgefunden worden war. Das Verfahren wird am 14. Oktober fortgesetzt.