Achteinhalb Jahre Haft wegen Mordes bei Drogenhandel

Justitia

Achteinhalb Jahre Haft wegen Mordes bei Drogenhandel

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Osnabrück/Frankfurt (dpa) - . In einem nach Jugendstrafrecht geführten Prozess um den Tod eines Drogenhändlers in Frankfurt hat das Landgericht Osnabrück einen heute 19 Jahre alten Mann unter anderem wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren und sechs Monaten verurteilt. Sein 21 Jahre alter Mittäter wurde am Donnerstag wegen des bewaffneten Handelns mit Betäubungsmitteln zu einer Jugendstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt, sagte eine Gerichtssprecherin. (Az.: 3 KLs 13/22)

Die beiden Deutschen waren nach Überzeugung des Gerichts am 29. Dezember 2021 von Osnabrück nach Frankfurt am Main gefahren, um eine größere Menge Marihuana zu kaufen. Beim Drogenankauf sei es zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit dem Verkäufer gekommen. Der zur Tatzeit 18 Jahre alte Angeklagte sei geflüchtet und der damals 20 Jahre alte Angeklagte sei von dem Drogenhändler an der Flucht gehindert worden. In dieser Situation habe der heute 19-Jährige einen Schuss abgegeben, an dem das Opfer gestorben sei.

Der heute 19-Jährige habe vorsätzlich auf einem relativ schmalen Treppenaufgang den Schuss abgefeuert und damit nach Ansicht des Gerichts den Tod des Opfers billigend in Kauf genommen, sagte die Sprecherin. Der junge Mann habe aus Habgier gehandelt.

Bei dem zweiten Angeklagten habe die Kammer strafmildernd gewertet, dass er zur Aufklärung der Tat beigetragen und insbesondere ausgesagt habe, wer den Schuss abfeuerte. Ursprünglich war auch er wegen Mordes angeklagt. Es habe aber nach Ansicht des Gerichts kein gemeinsamer Tatplan bestanden.

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Weil die Tat nach dem Jugendstrafrecht verhandelt wurde, standen beide Angeklagten an ihrem Heimatort Osnabrück und nicht in Frankfurt vor Gericht. Auch die Strafe ist milder: Mord wird im Erwachsenenstrafrecht mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe geahndet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.