„Trio in Es“ überzeugte mit Jazz und Klangexperimenten im...

Das „Trio in Es“ bot spannende Klangerlebnisse im Lauterbacher Hohhaus. Foto: Liller

Ein abwechslungsreiches Konzertprogramm lieferte das Fuldaer „Trio in Es“ am Samstagabend beim letzten Hohhaus-Konzert der Saison. Das Saxophon-Ensemble, bestehend aus...

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LAUTERBACH. (lil). Ein abwechslungsreiches Konzertprogramm lieferte das Fuldaer „Trio in Es“ am Samstagabend beim letzten Hohhaus-Konzert der Saison. Das Saxophon-Ensemble, bestehend aus Pia-Maria Sauer, Ute Krönung und Willi Genßler, bot ein breites musikalisches Spektrum und vielfältige Klangfarben. Das besondere Merkmal des Konzertabends lag in der Besetzung, die dem Trio seinen Namen gab: Die Musiker spielten hauptsächlich drei Saxofone, nämlich Altsaxofon, Baritonsaxofon und Tubax, allesamt in tiefer Lage und in „Es“ gestimmt. Das exotische, kompakt gebaute Tubax zog schnell die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich. Willi Genßler entlockte seinem Instrument kraftvolle Töne, die man nicht nur hörte, sondern auch physisch spürte. Das Konzert begann mit ungewohnten, überaus spannenden Klangerlebnissen. Bereits Ende 2013 war das „Trio in Es“ sowie ein maßgeschneidertes Konzeptalbum für eben dieses Ensemble im Rahmen der Examensarbeit von Pia-Maria Sauer entstanden. Und deren gewählte Themen „Natur, Bild und Klang“ zogen sich wie ein roter Faden durch die erste Konzerthälfte. Einige Zuhörer schlossen dabei die Augen, um sich ganz den musikgewordenen Naturbildern hinzugeben. Dabei ließ das Trio auch experimentelle Saxophon-Sounds hören. Zum Beispiel Geräusche, die eigentlich gar nicht zur Tonerzeugung gedacht sind. Saxofonklappen trommelten wie ein Regenschauer („Hörst du den Regen tropfen?!“), ein tonloses Pusten ins Instrument wurde zu Windgeräuschen („Frische Luft für den erfrischten Geist“) und bei dem Stück „Das Spiel der Farben“ setzten die Musiker eine knallende „Slap-Tongue“ im Saxophon zur Rhythmuserzeugung ein. Pia-Maria Sauer stellte hier nicht nur ihr kompositorisches Talent, sondern auch unbestreitbare Solo-Qualitäten (z.B. bei „Der letzte Sonnenstrahl“) unter Beweis.

Nach der Pause ging es mit bekannteren Melodien weiter, darunter gleich drei Werke von Astor Piazzolla, der zu den Lieblingskomponisten des Ensembles zählt. Auch neu arrangierte Werke von Johann Sebastian Bach („Bourrée“) oder Scott Joplin („The Strenuous Life“) standen auf dem Konzertprogramm. Besonders gut kamen beim Publikum die Jazz- und Ragtime-Sounds an, bei denen überraschende Tempiwechsel, virtuos gespielte Partien und komplexe Harmonien für eine wunderbare Spannung sorgten. Auch dank ihrer natürlichen Spielfreude und einer unangestrengten Leichtigkeit konnte das Saxophon-Trio beim Abschlusskonzert im Rokokosaal überzeugen. Die 68. Saison der Hohhaus-Konzerte startet am 19. Oktober 2019.