Lauterbach: Im Hohhaus dreht sich alles um die Liebe

Herausragend und dabei erstaunlich unangestrengt: Myriam Ghani und Viktor Soos. Foto: Liller

Kein Thema hätte am vergangenen vorfrühlingshaften Wochenende besser zu einem Hohhaus-Konzert gepasst als die Liebe. Und genau darum handelte das knapp zweistündige Programm...

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LAUTERBACH. (lil). Kein Thema hätte am vergangenen vorfrühlingshaften Wochenende besser zu einem Hohhaus-Konzert gepasst als die Liebe. Und genau darum handelte das knapp zweistündige Programm von Myriam Ghani (Flöte) und Viktor Soos (Klavier), die am Samstag vor dem Lauterbacher Publikum ihr beeindruckendes Können zeigten. Die zwei Musiker hatten 2017 erfolgreich am Deutschen Musikwettbewerb teilgenommen und wurden in die Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler aufgenommen. In diesem Jahr unterstützt der Deutsche Musikrat mit diesem Förderprojekt bereits zum 63. Mal junge Talente auf ihrem Weg zu einer erfolgreichen Konzertkarriere.

Unter dem Namen „duo suono“ interpretierte das Ensemble Werke von Schumann, Karg-Elert, Ravel, Reinecke und Schubert. Den Einstieg machte das Allegretto der „Drei Romanzen“ aus der Feder Clara Schumanns, das sehnsuchtsvoll zart beginnt und sich dann in energische Leidenschaft steigert. Bei der folgenden sinfonischen Kanzone von Sigfrid Karg-Elert zeigten die Musiker hohe Konzentration, wirkten aber trotz der anspruchsvollen Partitur erstaunlich unangestrengt. Carl Reineckes Sonate „Undine“ erzählte dann in vier Sätzen die Geschichte einer Nixe, ihren Wünschen und einer komplizierten Liebe, die in einem dramatischen Finale endet. Sehr elegant umrahmten die zwei jungen Musiker ihr Programm mit passenden Textauszügen und schlugen so eine Brücke von der klassischen Musik zu anderen Kunstformen wie Literatur oder Poesie. Auf diese Weise erzählte das Ensemble mal musizierend, mal erzählend bewegende Geschichten über zarte Gefühle, Sehnsüchte oder melancholische Liebesregungen.

Nach einer kurzen Pause zeigte Viktor Soos seine herausragenden Soloqualitäten am Piano mit Maurice Ravels Gedichten aus „Gaspard de la nuit“. Das dreiteilige Klavierwerk gilt als Ravels virtuosestes Stück für Solisten. Und tatsächlich zeigte Soos ein so vollkommenes und engagiertes Spiel, dass er die Musik nicht nur mit seinem Körper zu durchleben schien, sondern auch den gesamten Rokokosaal mit kraftvollen Klangwellen durchströmte. Den Abschluss des gelungenen Konzerts machte eins der bedeutendsten Stücke für Klavier und Querflöte der Romantik: Franz Schuberts „Ihr Blümlein alle“. Bei diesem sehr virtuosen Werk flossen die einzelnen Melodielinien absolut harmonisch ineinander und zeigten deutlich, wie perfekt sich das Ensemble musikalisch aufeinander abgestimmt hat.