Kunstarche wieder für Ausstellungen geöffnet

Sorgsam eingefangene Stimmung von Licht und Wetter: Eberhard Lelleks „Dächer von Wiesbaden“, 1988. Foto: Lellek

Schon im März sollten die Aquarelle von Eberhard Lellek gezeigt werden. Durch die coronabedingte Schließung der Wiesbadener Kulturinstitutionen sind sie erst jetzt zu sehen.

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WIESBADEN. Er war ein akribischer Chronist seiner Wahlheimat: Ungezählte Bilder widmete Eberhard Lellek Wiesbaden und Umgebung. Aber der Maler hat auch ein großes Werk an Aquarellen geschaffen, in denen die markanten Wiesbadener Motive auftauchen. Zu sehen sind sie jetzt in einer Schau, die eigentlich schon im März stattfinden sollte: „Die Ausstellung hängt seitdem – und niemand hat sie bisher gesehen“, sagt Felicitas Reusch von der „Kunstarche“. Bis jetzt: Bis 21. Juni sind die Werke jetzt Im Rad 42 zu sehen, freitags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr. Die Besichtigung erfolge vor allem nach telefonischer Anmeldung, sagt Felicitas Reusch: „Wenn jemand aber ohne Anmeldung kommt, geht das auch.“ Die Kunstarche hält am Eingang Masken parat. Es dürfen jeweils vier Personen in die beiden Räume. Die zum Verkauf stehenden Arbeiten der Ausstellung von Eberhard Lellek stammen im Wesentlichen aus dem Besitz seiner Tochter: Der 1922 in der Wiesbadener Partnerstadt Breslau geborene Künstler starb 2016 in Wiesbaden. Er kam 1967 in die Region: Seit dieser Zeit war er Atelierleiter des Trickfilmstudios des ZDF. 1978 begann er wieder zu malen, später auch in seinem Atelier im Kunsthaus. Zahlreiche Einzelausstellungen waren schon in der Stadt zu sehen. Aber noch nie mit seinen Aquarellen – ein empfindliches und konservatives Medium. Bei Lellek ist es in guten Händen: Er hat die spezielle Witterung, das Licht in und über der Stadt sehr empfindsam zu Papier gebracht. Ein gutes Beispiel seiner Kunst ist der Blick über die Dächer von Wiesbaden mit einer leichten Gelbnote. Die Kirchtürme ragen aus einer Dachlandschaft heraus, die diese besondere Stimmung in der Stadt wunderbar gelassen einfängt.