Unterstützer in Corona-Krise in Gießen gesucht

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Das UKGM spricht Medizinstudenten an. Sie sollen bei der Versorgung von Covid-19-Patienten helfen. Archivfoto: Arne Dedert/dpa

Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg musste einen ersten Covid-19-Patienten stationär aufnehmen. Wie das "St. Josefs Krankenhaus Balserische Stiftung" sucht es Freiwillige.

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GIESSEN. Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) hat einen ersten Covid-19-Patienten stationär aufnehmen müssen. Es rechnet wie das St. Josefs Krankenhaus Balserische Stiftung mit einer Zunahme dieser Fälle. "Die Regierung und die Experten erwarten in den kommenden Tagen einen starken Anstieg an stationär zu versorgenden Patienten mit Covid-19 (Coronavirus-Infektion)", teilt das St. Josefs mit. Die Krankenhäuser suchen freiwillige Helfer.

Beide Häuser verweisen auf ihre Vorbereitungen. "Wir sind auf die Behandlung einer größeren Zahl von Patienten vorbereitet, können aber derzeit nicht abschätzen, wie lange diese besondere Situation andauern wird. Wir wollen uns deshalb bereits jetzt personell verstärken", führt das St. Josefs in einer Mitteilung aus. Auch das UKGM habe vor Wochen begonnen, vorbereitende Maßnahmen zu treffen. "Es wurden die internen Abläufe mit Ärzten und Pflegekräften genau besprochen und festgelegt, Hygieneregeln für den Umgang mit Erkrankten aufgestellt, eine gesonderte medizinische Einheit (externe Gebäude) gebildet, in der stationäre Fälle sofort untergebracht werden könnten; und ein Plan aufgestellt, was passiert, wenn nach und nach mehr Patienten mit diesem neuen Virus zu uns kommen", informiert UKGM-Sprecher Frank Steibli. Um sich auf eine mögliche deutliche Zunahme stationärer Covid-19-Fälle einzustellen, wenden sich beide Häuser an die Öffentlichkeit.

"Wir suchen Freiwillige, die unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen. Eine medizinische oder pflegerische Ausbildung ist wünschenswert, aber nicht zwingend erforderlich. Auch hilfsbereite Menschen ohne Vorerfahrung im Gesundheitswesen sind herzlich willkommen", erklärt das "St. Josefs Krankenhaus Balserische Stiftung". Interessenten können sich melden bei Anne Schumann in der Personalabteilung unter der Telefonnummer 0641/7002-217 oder per E-Mail an die Adresse personalabteilung@jokba.de. Von Bewerbern benötigt das Krankenhaus folgende Informationen: Name und Vorname, Anschrift, Kontaktdaten, berufliche Vorerfahrung und Ausbildung. Zudem möchte das Krankenhaus wissen, ob Interessenten schon im pflegerischen oder medizinischen Bereich gearbeitet haben, und in welchem Zeitraum sie eingesetzt werden können. Das Dekanat des Fachbereichs Medizin der Justus-Liebig-Universität und das UKGM sprechen gezielt Medizinstudenten um Unterstützung bei der Patientenversorgung an. "Angesichts der sich abzeichnenden Mehrbelastungen des Gesundheitswesens bitten wir alle Studierenden mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung als Pflegekraft, sich umgehend zu melden", heißt es in einem Aufruf, der von Studiendekan Prof. Dieter Körholz und dem Ärztlichen Direktor des UKGM (Standort Gießen), Prof. Andreas Böning, unterzeichnet wurde. Sollte sich die Situation weiter verschärfen, würden auch Studierende ab dem abgeschlossenen zweiten klinischen Semester, unabhängig von einer abgeschlossenen Berufsausbildung als Pflegekraft, für die Patientenversorgung benötigt. Wer dazu bereit ist, werde ebenfalls gebeten, sich zu melden (mit Angabe des Fachsemesters und der bisher durchgeführten Famulaturen sowie möglichen Zusatzqualifikationen - zum Beispiel eine Ausbildung als Rettungsassistent). Die Kontaktadresse in beiden Fällen lautet gunhild.flemmer@uk-gm.de.

"Das UKGM hat angekündigt, großzügig Verträge für studentische Aushilfen zu vergeben. Entsprechend dem eingesetzten Bereich werden Studierende spezifische Schulungen erhalten. Der Studiendekan sichert zu, dass der Einsatz am UKGM in dieser Notsituation auf Studienleistungen angemessen angerechnet werden kann", resümiert die JLU.