Aktivisten im Wald greifen zu Steinen und Feuerwerk

ARCHIV - 13.06.2015, Sachsen-Anhalt, Magdeburg: Ein Fahrzeug der Polizei ist im Einsatz. Sachsens Polizei fährt mehrere Hundert von Manipulation betroffene Dieselautos aus dem VW-Konzern. Der Freistaat stellt dennoch keine Schadenersatzforderung. (zu dpa «Sachsen verzichtet im Dieselskandal auf Klage gegen VW-Konzern» vom 15.01.2019) Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Rodungsarbeiten im Herrenwald sind am Samstag fortgesetzt worden. Laut Polizei haben Aktivisten Steine auf Einsatzfahrzeuge und auf Beamte geworfen.

Anzeige

Stadtallendorf. Ton und Umgang bei den Protesten rund um den A49-Ausbau werden rauer: Begleitet von Aktivisten sind die Rodungsarbeiten für den umstrittenen Lückenschluss der Autobahn 49 im Herrenwald bei Stadtallendorf erstmals auch am Wochenende fortgesetzt worden. Hierzu wurde die Kreisstraße 12 während der Einsatzmaßnahmen für den Verkehr gesperrt.

Gegner des Autobahnausbaus errichteten nach eigenen Angaben am Samstag Barrikaden im Wald. Sie hatten mehrere Aktionen bis einschließlich Montag angekündigt. Die Blockaden wurden durch Einsatzkräfte der Polizei beseitigt. Die Rodungsmaßnahmen selbst verliefen nach Auskunft der Polizei ohne Behinderungen. Auch die durchgeführten Mahnwachen verliefen ohne besondere Vorkommnisse.

Um 12 Uhr wurden Einsatzfahrzeuge der Polizei auf dem Rettungsweg in Richtung Panzerstraße im Bereich der Mahnwache "Jesus Point" angegriffen. Unbekannte hatten einen Hochsitz umgeworfen, dadurch wurden zwei Polizeifahrzeuge blockiert. Als diese zum Stillstand kamen, wurden sie unmittelbar mit Steinen und Feuerwerksraketen angegriffen, wodurch nicht unerhebliche Sachschäden an den Fahrzeugen entstanden. Auf Twitter sprach die Polizei etwa von einer zerstörten Frontscheibe.

Anzeige

Durch eine hinter den Fahrzeugen errichtete Barrikade wurde zudem der Rückweg versperrt. Anschließend sammelten sich circa 20 unbekannte Aktivisten in diesem Bereich. Mit Eintreffen weiterer Einsatzkräfte konnte die Blockade beendet werden. Die Einsatzkräfte in den betroffenen Einsatzfahrzeugen wurden nicht verletzt.

Zwei Polizisten durch Steinwürfe verletzt

Um 15 Uhr erfolgte ein weiterer Angriff auf Polizeibeamte, die sich am "Tanklager" zwischen Niederklein und Stadtallendorf aufhielten. Eine Gruppe von rund zehn Aktivisten kam aus dem angrenzenden Wald gelaufen und bewarf die Einsatzkräfte mit Steinen. Dadurch wurden zwei Einsatzkräfte verletzt. Die Würfe seien von Seiten der Aktivisten mit den Worten "Verpisst Euch" begleitet worden.

Die A49 soll Gießen und Kassel direkter miteinander verbinden. Für die geplante Trasse sollen mehrere Hektar vor allem im Herrenwald sowie im Dannenröder Forst gefällt werden. Die Gegner des Autobahnausbaus fordern angesichts des Klimawandels einen Stopp der Arbeiten, die Befürworter erhoffen sich etwa kürzere Fahrtwege und Impulse für die Wirtschaft in der Region.

Anzeige

Von dpa/red