Polizeiaufgebot begleitet Rückschnitte im Maulbacher Wald

Von beg/red

Entlang der Stromtrasse im Maulbacher Wald erfolgen heute Rückschnittsarbeiten. Foto: Christian Endres

MAULBACH - Ein großes Polizeiaufgebot ist seit dem frühen Dienstagmorgen im Maulbacher Wald aufgefahren. Wie die Polizei mitteilt, begleitet sie dort die Rückschnittarbeiten an Bäumen im Schutzstreifen der zukünftigen Stromtrasse entlang der A 49. Diese Arbeiten dienen der Betriebssicherheit der Hochspannungsleitung, heißt es in der Pressemeldung. Laut Polizei sind Baumfällungen "nicht vorgesehen."

Was konkret geplant ist, erklärt wiederum die Deges, die Projektmanagementgesellschaft von Bund und Ländern, in einer Pressemeldung: "Das Einkürzen von Bäumen beziehungsweise Kappen von Baumwipfeln im Bereich des verlegten Mastes auf eine Höhe von acht Metern sowie das Einkürzen von Bäumen zwischen zwei bestehenden, umzubauenden Masten". Ausbaugegner und das Bündnis "Keine A49" sprechen von bis zu 30 Polizeitransportwagen, einem Räumpanzer und einer Hebebühne, die unter anderem am Freibad in Homberg bereitgestellt worden seien.

In der Pressemeldung der Polizei erklärte diese, dass sie ihrem gesetzlichen Auftrag nachkomme und dem Ersuchen der Forstbehörde auf Schutz der Arbeiter, der Arbeiten und der eingesetzten Maschinen folge. Im Zuge der aktuellen Maßnahmen werde die friedliche und gewaltfreie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit durch die Polizei geschützt. Begangene Straftaten werden konsequent verfolgt. Die Polizei weist darauf hin, die von der Forstbehörde eingerichteten und bestimmten Sicherheitsbereiche nicht selbstständig zu betreten, seien.

Laut Deges seien die Rückschnitte für die Betriebssicherheit der 110-kV-Hochspannungsleitung erforderlich und werden innerhalb des Schutzstreifens entlang der Stromtrasse durchgeführt. Die Stromtrasse, die von der Firma Avacon betrieben wird, müsse in diesem Bereich umgebaut werden, um den Lückenschluss der A 49 zu ermöglichen. Dazu zählten die Verlegung eines Mastes, der Umbau einiger Masten, die Errichtung eines Provisoriums für die Zeit der Umbauten sowie die Erneuerung der Leiterseile zwischen den umgebauten Masten.

Da sich die Stromtrasse und der nach DIN-Norm definierte Schutzstreifen in einem Gebiet mit Baumbewuchs befinden, seien die eingang erwähnten Forstarbeiten erforderlich, um den sicheren Umbau und Betrieb der Hochspannungsleitung zu gewährleisten.

Der Planfeststellungsbeschluss für den Bau des südlichen Abschnitts der A 49 sehe laut die Anpassungen an der Stromtrasse vor und decke die zugehörige Ausführung in allen Punkten ab.

In den vergangenen Monaten habe die Deges, in deren Zuständigkeit diese Maßnahme als Teil der Baufeldfreimachung für den A 49-Bau fällt, gemeinsam mit allen Beteiligten verschiedene Überlegungen angestellt, wie die Ausführung der planfestgestellten Anpassungen an der Stromtrasse vorgenommen werden kann. Schließlich wurde in Abstimmung mit den zuständigen Behörden die oben beschriebene Variante gewählt, da sie die geringfügigsten Eingriffe in die Natur mit sich bringe und keine Fällungen von Bäumen erforderlich mache.

Als Bestandteil des transeuropäischen Verkehrswegenetzes habe die A 49 eine überregionale Verbindungs- und Raumerschließungsfunktion und erfülle Gemeinschaftsziele wie das reibungslose Funktionieren des Binnenmarktes und die Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts, schreibt die Deges.

Der Lückenschluss der A 49 südlich der Anschlussstelle (AS) Schwalmstadt umfasst die Strecke bis zum Ohmtal-Dreieck mit Verbindung an die A 5. Die Deges realisiert die Neubauabschnitte AS Schwalmstadt - AS Stadtallendorf-Nord sowie AS Stadtallendorf-Nord - Ohmtal-Dreieck im Auftrag der Autobahn GmbH des Bundes.

Anfang Juli 2020 erteilte die Deges der Strabag Infrastrukturprojekt GmbH den Zuschlag für den Bau der zwei A 49-Abschnitte. Der ÖPP-Vertrag beinhaltet zudem die bauliche Erhaltung und betriebliche Unterhaltung der A 49 zwischen der A 5 und der Anschlussstelle Fritzlar für die nächsten 30 Jahre. Seit Herbst 2020 befindet sich die A 49 in Bau. Die Fertigstellung ist für 2024 vorgesehen.