Seitenwagen: niederländisch-deutsche Kombination Sven Holstein/Desiree Daubert siegt
Wolfgang RichterANGENROD. Wieder einmal schien es, als wollte der Wettergott den Verantwortlichen des Motorsportclubs Angenrod einen Strich durch die Rechnung machen. Noch vor dem ersten Start der Seitenwagengespanne öffnete der Himmel seine Schleusen. Bei vielen Fans kamen Erinnerungen hoch. Vor fast 20 Jahren hatte ein Wirbelsturm das Festzelt in den nahegelegenen Wald befördert. Vor wenigen Jahren musste das Rennen wegen Unbefahrbarkeit der Strecke nach einem Gewitterguss abgebrochen werden. Doch diesmal kam es nicht ganz so schlimm. Nach dem Regen sah die Strecke zwar aus wie eine Schlammwüste. Sich zu Fuß darauf zu bewegen, erforderte schon fast artistische Fähigkeiten.
Endlich entschloss sich die Rennleitung, den Zeitplan umzustellen und zuerst die Quads auf das aufgeweichte Oval zu schicken. Sie haben mit ihren vier breiten, grobstolligen Reifen eben doch mehr Grip als die Gespanne und Solomaschinen. Die Quadfahrer konnten einem wirklich leid tun. Außer dem Führenden sahen alle anderen Fahrer und Maschinen nach einer halben Runde völlig gleich aus: von oben bis unten glänzend dunkelbraun. Doch die Jungs und Mädels störte das kaum. Sie drehten am Gasgriff, als gäbe es kein Morgen.
In der Open-Klasse des MEFO Sport Shorttrack Quad Cup setzte sich nach drei Laufsiegen und einem dritten Platz Detlef Brüner aus Damme durch. Zweiter wurde Marcus Wagner aus Baunatal vor dem Österreicher Hans Ölschuster. Einen Doppelsieg für die Lokalmatadoren Stephan Bischoff und Werner Kuhl aus Angenrod gab es in der Klasse über 450 ccm in der DMV Quad Challenge. Ebenfalls von einheimischen Startern dominiert wurde in der DMV Quad Challenge die Klasse bis 300 ccm. Hier siegte Andreas Schneider aus Ober-Gleen punktgleich mit dem Homberger Wolfgang Eberhard. Auf Rang drei kam Bernd Schomber, ebenfalls aus Homberg/Ohm. In der DMV Quad Challenge Klasse 250 ccm Zweitakt/450 ccm Viertakt siegte überlegen Shane Onimischewski aus Cuxhagen nach drei Laufsiegen und einem zweiten Platz mit 30 Punkten vor Matthias Hahnke aus Meiches (21 Punkte) und Peter Schmalz aus Homberg, der 17 Zähler einfuhr.
Nach den Rennen der Vierrad-Fraktion und durch die Mithilfe von Sonne und Wind sowie eines Radladers, der einen Teil des Schlamms beiseite schob, befand sich die Strecke jetzt in einem ganz passablen Zustand. Die Solomaschinen und Gespanne konnten nun doch noch starten. Manchem Zuschauer fiel ein Stein vom Herzen, denn viele befürchteten insgeheim doch einen Rennabbruch. Zwar wurden alle Rennen von vier auf drei Runden gekürzt, um den Zeitverlust wenigstens einigermaßen auszugleichen, doch das tat der Begeisterung keinen Abbruch. Nur wenige Teams hatten ihren Start auf Grund der Bahnverhältnisse abgesagt. Im Supercup glänzten lediglich Karl Keil/Berit Tralau durch Abwesenheit. Alle anderen elf Teams gingen sehr zur Freude der Zuschauer an den Start.
Bei den B-Lizenz-Solomaschinen setzte sich mit zwei Laufsiegen und einem zweiten Platz Steffen Vagt durch, der in Mecklenburg-Vorpommern lebt und für den MSC Nidda startet. Die Plätze zwei und drei gingen nach Lüdinghausen in Nordrhein-Westfalen an Jens Benneker und Jens Klein. Zwei Fahrer jenseits des Kanals eroberten die ersten beiden Plätze bei den Fahrern mit internationaler Lizenz. Nur ein Punkt fehlte Vicent Kinchin aus Großbritannien zur Idealpunktzahl 20. Trotzdem siegte er überlegen mit 19 Zählern vor seinem Landsmann Mitch Godden, der es auf 14 Punkte brachte. Ihm dicht auf den Fersen war allerdings Christian Hülshorst, genannt Hülse, aus Lüdinghausen in Nordrhein-Westfalen, der mit 13 Punkten Platz drei belegte.