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Seite 18 Die touristischen Seiten für die Region Vogelsberg Region und ihre Stärken entwickeln VOGELSBERG (red). Einen Lebensstil zu führen, der für Mensch und Umwelt weniger belastend ist – das lässt sich lernen, glauben die Aktivisten eines hessischen Netzwerks. Das neu gegründete BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) Netzwerk Vogelsberg soll den Anbietern und Institutionen der Region eine Netzwerkplattform bieten, um die Angebote und Möglichkeiten der Region zu bewerben. Schulen und Hochschulen, Kitas, aber auch Familien, Senioren, Unternehmen oder Unternehmernetzwerke sollen sich hier in Zukunft informieren können. Das teilt das Netzwerk in einer Pressenotiz mit. Für eine nachhaltige Entwicklung entlang den Zielen der Agenda 2030 sei die Vulkanregion nah am Ballungsraum ökologisch mit ihrer Kulturlandschaft besonders geeignet. Als größte zusammenhängende Vulkanregion Europas, einer der wichtigsten Wasserversorger Frankfurts, dem dunkelsten Nachtraum zur Himmelsbeobachtung und einer wunderbaren Kulturlandschaft biete der Vogelsberg zusammen mit Destinationen und Institutionen wie Geopark, Vulkaneum oder Naturschutzgroßprojekt ideale Möglichkeiten und Ziele für ein „Lernen für eine nachhaltige Entwicklung“. Die Angebote und Möglichkeiten im Bereich der Bildung und der Nachhaltigkeit böten für den Vogelsberg als ballungsraumnahem Naturraum ein großes Wachstumspotenzial, denn nicht nur die Unternehmen selbst, sondern auch die Bekanntmachung über die Netzwerke, der Anbau oder der Vertrieb, Kooperationen und Genossenschaftsmodelle bedeuteten Arbeitsplätze und die Möglichkeit, Senioren zu integrieren und die Infrastruktur zu erhalten. Das was die Region bieten könne sei in den Ballungsräumen Mangelware, denn in einer Stadt wie Frankfurt seien nicht nur Naturräume, sondern auch hochwertiger und bezahlbarer Lebensraum Mangelware. Hinzu komme der Ausbau der Ganztagsschulangebote, für die Lernräume in der Natur besonders geeignet sind. Mit Unterstützung durch den Kreis und einer Teilnahme der Kommunen ließe sich dieses Potenzial weiter ausbauen und die Region weit über das Bildungsnetzwerk hinaus entlang ihrer Stärken entwickeln. Kontakt und Informationen über: AZN Ausbildungs-Zentrum für Natur und Umweltbildung im Vogelsbergkreis www.azn-vogelsberg.de Dicke Steine oder: Frau Holles Heim FELDATAL (red). Auf diesen markanten Naturdenkmal: Die Dicken Steine bei Stumpertenrod. Foto: Vogelsbergkreis Neue Naturdenkmäler: Zehn im Porträt ENTDECKEN Steinformationen, Baumgruppen und besonders schöne Bäume REGION VOGELSBERG (red). Naturdenkmäler – sie zeigen die Vielfalt unseres Lebensraumes und sind Botschafter des Umweltgedankens. Seit Anfang 2018 ist die zweite Verordnung zum Schutz der Naturdenkmäler des Vogelsbergkreises in Kraft: In Absprache mit Eigentümern und dem Regierungspräsidium Gießen wurden 22 neue Denkmäler festgelegt. Zeugen der historischen Kulturlandschaft sind oft Einzelbäume, Baumgruppen oder Aufschlüsse mit einer besonderen geologischen Formation, für sich auch schon Alexander von Humboldt interessierte. Naturdenkmäler bieten den unterschiedlichsten Lebewesen einen Raum zum Leben, für uns Menschen sind sie wichtig als Orte der Umweltbildung. Weil die Auswahl an wunderschönen, seltenen und landschaftsprägenden Bäumen im Vogelsberg sehr groß, die Verkehrssicherheit kostenintensiv und eine kontinuierliche Betreuung der „alten Patienten“ schwierig ist, wurden – gemeinsam mit dem Geopark Vulkanregion Vogelsberg – sogenannte Geotope verschiedener Gesteinsarten als Naturdenkmal ausgewiesen, um sie unter Schutz zu stellen. Das Wort Naturdenkmal wurde erst um 1900 im deutschen Sprachgebrauch geläufig. Hessen nimmt eine Schlüsselstellung in Deutschland hinsichtlich des Schutzes von Naturdenkmälern ein, der Erlass des Denkmalschutzes von 1902 wurde sogar mit Regeln zur Pflege verknüpft. Es gab zu Beginn ein Verzeichnis des Kreises Schotten, das bis 1934 geführt wurde und 44 Bäume umfasste. Ein zweites Naturdenkmalbuch in Alsfeld umfasste über 80 schützenswerte Bäume, bevor das Land eine gemeinsame Verordnung und die Auflösung der alten Einzelbücher forderte. Von den damals 117 aufgenommenen Naturdenkmälern sind bei den Bäumen einige aus Altersgründen weggefallen. Andere Naturdenkmäler bestehen aus mehreren Bäumen, entweder als Gruppe – z. B. auf dem Gerichtsplatz Freiensteinau, wo man Winterlinden, Bergahorn, Esche und neu gepflanzte Winterlinden vorfinden kann, oder in einer Allee wie am Tempelberg Schlitz, wo anfangs 69 Eichen standen. Von denen sind nur noch 56 Bäume geblieben, aber vier Eichen wurden bereits nachgepflanzt. Außerdem existieren aus der bisherigen Verordnung mehrere Steine bzw. Steinformationen, die als Naturdenkmäler ausgewiesen wurden. Einige sind weniger frequentiert, andere touristisch genutzt, manche wurden gar erforscht. Exemplarisch für die Aufwertung eines Geotops sind die Dicken Steine in Engelrod zu nennen, da hier Bürgermeister, Ortsbeirat, Bevölkerung, Forst, Geopark und andere auf Initiative der Unteren Naturschutzbehörde gemeinsam gewirkt haben Zehn Naturdenkmäler werden im Laufe des Jahres näher vorgestellt: • Dicke Steine Feldatal / Stumpertenrod (siehe oben) • Christkindches Wiege Freiensteinau / Freiensteinau • Heinzemann am Heinzemannskopf Gemünden / Ehringshausen • Buchwaldfelsen / Hexenstein Grebenhain / Herchenhain • Wilder Stein Herbstein / Altenschlirf • Steinbruch am Sängersberg Schlitz / Bernshausen • Alter Steinbruch Schotten / Eichelsachsen • Sauborn Schotten / Kaulstoß • Wildholloch Ulrichstein / Unter- Seibertenrod • Muschelkalkkante am Sonnberg Wartenberg / Angersbach Steinen oberhalb von Stumpertenrod findet man manchmal heute noch zum Dank abgelegte Blumen und Früchte. Die „Dicken Steine“ seien eine alte Kult- und Opferstätte heißt es in der Literatur, aber vielleicht ist es auch immer noch der Ein- und Ausgang der Frau Holle? Für den Wanderer, der auf dem Vulkanring oder der Weitblicktour unterwegs ist, sind es vulkanische Steine zum Draufklettern. Von dort oben lässt sich eine fantastische Aussicht bis zum Meißner, Kellerwald, Amöneburg und Gießener Becken genießen. Der Geologe sieht die Steinformation mit anderen Augen und erkennt die schwache Meilerstellung als Vulkanschlot einer Bruchzone in Nord-Süd Richtung, die sich vom Höllberg bis zum Bilstein zieht. Die Steinzusammensetzung zeigt einen feinkörnigen bis blasigen, porphyrischen, schwarzen und kompakten Basanit mit Olivin- und Klinopyroxeneinsprenglingen. Er enthält wenig Plagioklas und Erz, aber Fremdgesteinseinschlüsse mit Nebengestein. Aber ob mystisch, sportlich oder wissenschaftlich – eine überdachte Sitzgruppe lädt zum Verweilen ein und eine Geotoptafel stillt den Wissensdurst. Seit dem 1. Januar 2018 trägt dieses Geotop den Titel Naturdenkmal, weil es für seine Naturgeschichte und Eigenart unter Schutz durch die Untere Naturschutzbehörde des Vogelsbergkreises in Zusammenarbeit mit dem Geopark Vulkanregion Vogelsberg gestellt wurde (siehe Text unten) .


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