Senioren treffen sich seit 50 Jahren
03.02.2012 - BRAUERSCHWEND
Buntes Programm bei der Jubiläumsveranstaltung - Männergesangverein rief Altennachmittag 1962 ins Leben
(red). Jubiläum in Brauerschwend: Dort gibt es seit 50 Jahren Seniorennachmittage. Zur Jubiläumsveranstaltung konnte jetzt Thomas Kern zahlreiche Gäste im Bürgerhaus begrüßen. Musikalisch eröffnet wurde der Nachmittag von der Chorgemeinschaft unter Leitung von Manfred Merle.
Zu flotten Liedern aus den 70ern schwangen die „Kleinen Strolche“ die Beine. Aus ihrem aktuellen Programm der Faschingskampagne hatten sie einen Showtanz mitgebracht, mit dem sie die Gäste erfreuten. Vorsitzender Kern gab dann einen kurzen Rückblick auf den Beginn der Veranstaltung und deren Entwicklung bis zu ihrem heutigen Format. Am 16. Dezember 1962 waren auf Initiative von Werner Ditter, dem Vorsitzenden des Männergesangvereins, alle Brauerschwender und Renzendorfer ab 65 Jahre zum ersten Mal in die Volkshalle eingeladen worden. Man habe sich zur Aufgabe gemacht, die Senioren zu einem Kaffeekränzchen einzuladen, sie von den Alltagssorgen zu befreien und sie am dörflichen Leben teilhaben zu lassen, so der Begründer der Veranstaltung vor 50 Jahren. Auch wenn sich bis heute einiges geändert hat an der Austragung und Durchführung, so hat dieser Grundgedanke noch immer Bestand. Den Senioren soll Gemeinschaft im Dorf vermittelt und die Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch gegeben werden.
Für die Senioren hatte sich vor 50 Jahren Heinrich-Willhelm Lang bei den Veranstaltern bedankt. Es sei selten in einer Dorfgemeinde, den älteren Einwohnern ein paar fröhliche Stunden zu bereiten. Die damalige Hoffnung von Lehrer Dohmann, solche Veranstaltungen weiterzuführen, erfüllte sich bis heute.
Konnte man in den ersten Jahren die Gäste nur in der Volkshalle unterbringen, konnte man aufgrund sinkender Teilnehmerzahlen später ins neu gebaute Bürgerhaus einladen. Das kam auch den Veranstaltern entgegen: Der Kaffee musste nicht mehr in der benachbarten Schulküche gekocht und in Einkochern mühsam über den Hof zur Halle getragen werden. In den ersten Jahren stellten die Mitglieder noch das ein oder andere Pfund Kaffee selbst zur Verfügung und der Kuchen wurde ohnehin selber gebacken und gestiftet. Inzwischen wird der Kaffee vom Männergesangverein gekauft genauso wie der Kuchen.
Von Beginn an war die Unterstützung durch die Frauen vom Kirchenchor und den evangelischen Posaunenchor eine unschätzbare Hilfe. Im Laufe der Jahre wurden die Nachmittage durch viele weitere Akteure und Beiträge unterstützt. Dazu zählte unter anderem der Mandolinenchor unter Pfarrer Hartmann, eine Flötengruppe unter der Leitung von Lehrer Herzog, der ökumenische Jugendchor Agape, die Kinder aus der Grundschule oder dem Kindergarten oder die Tanzgarden der Pappnasen. Auch Sketche standen immer wieder auf dem Programm der gelungenen Nachmittage.
Und auch bei der Jubiläumsveranstaltung war für Kurzweil gesorgt. Bis zur Kaffeetafel präsentierte der Posaunenchor Brauerschwend sein Repertoire. Grußworte von Bürgermeister Jürgen Adam schlossen sich an. Er dankte dem Männergesangverein für den „langen Atem“ bei der Ausrichtung dieser Veranstaltung. Für den Ortsbeirat überbrachte Roland Janich Glückwünsche zum Jubiläum. Grüße der katholischen Gemeinde St. Elisabet überbrachte Pater Jakob.
Bei Kaffee und Kuchen wurde dann ausgiebig über vergangene Zeiten erzählt. Unter Begleitung des Posaunenchores wurden anschließend einige bekannte Volkslieder gesungen. Dieser Programmpunkt erfreut sich stets großer Beliebtheit. Emmi Rausch und Waldtraut Dickert begeisterten danach in ihren Rollen als Waldemar und Eva, die ins Theater wollten. Den Schlussstrich unter eine gelungene Jubiläumsveranstaltung setzte die Chorgemeinschaft unter Manfred Merle. Der Chor war demnach „noch niemals in New York“, teilte „Rote Rosen“ aus, und nahm sein Publikum mit „Über die Wolken“.