Kängurus in freier Wildbahn erlebt
04.02.2012 - LAUTERBACH
Von Johanna Goldbach
Fünfzehn Lauterbacher Schüler erkundeten für vier Wochen Down Under - Australier kommen im April in den Vogelsberg
/. Es ist seit neun Jahren Tradition, dass jedes zweite Jahr fünfzehn bis zwanzig Schüler der Oberstufe des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums Lauterbach für einen Monat nach Australien reisen. Dort besuchen sie die Partnerschule „Berwick Secondary College“ und wohnen in australischen Gastfamilien. Auch 2011 waren fünfzehn Schüler vom 27. September bis zum 24. Oktober in Down Under, um Land und Leute kennen zu lernen. Der Aufenthalt gliederte sich in: drei Tage in einem Hostel in Melbourne Downtown, drei Wochen in Gastfamilien in Berwick, einem Vorort von Melbourne, und schließlich fünf Tage in einem Hostel in Sydney.
Von Lauterbach ging es mit einem Bus nach Frankfurt. Von dort aus flogen wir zwölf Stunden lang mit einer Quantas Boeing 747 weiter nach Singapur. Danach ging es mit dem Airbus A 380 neun weitere lange Stunden nach Melbourne, wo wir endlich am Dienstag, 29. September, fünf Uhr morgens landeten.
Obwohl der Komfort des Hostels zu wünschen übrig ließ, machten wir uns gegen Nachmittag des ersten Tages mit den Trams, die in Melbourne kostenlos sind, auf den Weg zum Victoria Market, einem gigantischen Markt, der an diesem Tag leider geschlossen war. Danach ging es zum Abendessen in die verschiedenen Essensviertel, und wir konnten uns letztendlich auf ein kleines griechisches Restaurant einigen.
An den beiden folgenden Tagen fuhren wir in die Docklands. Dies ist eines der neueren Viertel von Melbourne, das voller Einkaufszentren, Filmstudios, Häfen und teuren Wohnungen ist. Dort hatten wir die Gelegenheit, uns frei zu bewegen.
Trotz des unschönen Hostels und Wetters verbrachten wir noch zwei schöne Tage in Melbourne. Während die Jungs schon bald ein „Stamm-Subway“ gefunden hatten, erkundeten meine Freundin und ich lieber kleine australische Restaurants. Außerdem fuhren wir auf den Eureka Tower, das zweithöchste Gebäude der Südhalbkugel. Dort nahmen fast alle an „The Edge“ teil: man ging in eine kleine Kammer aus Glas, die sich dann ausfuhr und deren Wände, Boden und Decke, die zuvor beschlagen gewesen waren, plötzlich durchsichtig wurden. Wir hatten für einen Moment das einmalige Gefühl, frei zu fallen.
Auf zu den Gastfamilien
Am 30. September fuhren wir mit dem Zug nach Berwick, wo wir von unseren Gastfamilien empfangen wurden. Da meine Familie, bei der ich zusammen mit einer anderen Schülerin leben sollte, die erste Woche unseres Aufenthalts noch in den USA war, kamen wir zunächst mit zwei anderen Schülern bei der Familie A’Vard unter. Gleich am ersten Tag wurde uns eine große Auswahl an australischen Spezialitäten angeboten, beispielsweise „Lammingtons“, australische Schwammkuchen mit Schokoladenglasur. Am nächsten Tag besuchten wir, sehr zur Freude von uns Mädchen, das riesige Einkaufszentrum Chadston. Dort gab es alles, von Haushaltswaren und Essen bis zu Kleidung und Technik, von UGG und Toshiba bis Hollister und Chanel.
Unser Gastvater nahm uns mit zu einer Tour nach Berwick. Er erzählte uns, dass der Ort noch vor fünfzig Jahren, als er ein Kind war, eine Siedlung aus nur 200 Farmen gewesen sei. Inzwischen hat er über 30 000 Einwohner. Gegen Mittag besuchten wir einen kleinen Flohmarkt am Rande von Berwick, danach fuhren wir in den Wilson Botanic Garden, wo es ein Barbecue (oder BBQ, wie ein Australier schreiben würde) für alle Deutschen und ihre Austauschschüler gab