Der Sportplatz auf dem Berg war schwer zu erobern
01.07.2010 - DECKENBACH
Festkommers zu 60 Jahre TSG Deckenbach - Erinnerung an die lange Vereinsgeschichte - Dorflehrer gaben einst die richtigen Anstöße
(mli) Die TSG Deckenbach hatte aus Anlass des 60-jährigen Vereinsjubiläums am Freitag zum Festkommers in „Beckers Scheune“ eingeladen. Das Vorstandsteam mit Manfred Gröb und Andreas Nispel begrüßte neben zahlreichen Besuchern auch die Ehrengäste mit Werner Nicklas dem Vertreter der Stadt Homberg und Günter Krämer, dem Vorsitzenden des Sportkreises Alsfeld, sowie Elsbeth Seim vom Elternverein für leukämie- und krebskranke Kinder.
Man blickte zurück: Unter dem Namen VfB Deckenbach wurde bereits 1927 Fußball gespielt. Allerdings ist nur wenig Wissen über den Verein bekannt. Er soll durch den damaligen Dorfschullehrer „Klee“ ins Leben gerufen worden sein. 1930 gab er den Vorsitz an Karl Reiß ab. 1933 kam das vorläufige Ende durch das von der NSDAP erlassene Gleichschaltungsgesetz. Das Vereinsvermögen sowie alle Bälle und Trikots wurden beschlagnahmt, die Vereinschronik trugen Nispel und Gröb im Wechsel vor. Sie meinten, dass Dorflehrer eine tragende Rolle bei Gründungen von Vereinen spielten, denn 1950 war es Lehrer Günter Niehoff der den Anstoß zur Neugründung der TSG gab und als erster Vorsitzender gewählt wurde.
Im Tor stand Wolfgang Lohrengel, in der Abwehr Peppi Minasch und Fritz Rataj, als Läufer fungierten Erwin Gold, Wilhelm Dörr, Wilhelm Braun und Heinrich Dörr und im Sturm spielten Theo Gröb, Walter Gröb, Richard Karsten und Heinz Karsten. Sehr erfolgreich waren die ersten Fußballer, denn der Sportplatz auf dem Berg war für Gegner „kein Ort an dem man Siege und Punkte einfahren konnte“. Bereits 1954 wurde man in der Alsfelder B-Klasse-West Meister und spielte in den nächsten Jahren bis 1958 in der höheren A-Klasse. 1956 war es dann Konrad Scholl, der August Becker im Vorsitz ablöste. Sein Engagement ging über das Ehrenamt hinaus, denn wenn sonntags ein Spieler fehlte, zog sich Konrad Scholl die Fußballschuhe an und spielte mit.
Nach drei Jahren wechselte der Vorsitz, man ernannte Konrad Scholl zum Ehrenvorsitzenden und wählte Konrad Kaiser - dass dieser für 26 Jahre den Vorsitz führen würde, hatte damals sicherlich keiner geahnt.
In seine Amtszeit fiel die Verlegung des Sportplatzes vom Berg an seinen heutigen Standort „in den Fuchslöchern“. Dort entstand das neue Sportgelände. Im August 1965 waren die Arbeiten beendet und der Sportplatz eingeweiht. Bereits 1963 gründete Walter Lorch eine Jugendmannschaft, die mit guten Talenten bestückt war und sehr erfolgreich spielte. Diese Abteilung hatte bis in die 1970er Jahre bestand. Begünstigt durch die aktive Jugendförderung, gelang den TSG-Fußballern 1967/68 die erneute Meisterschaft in ihrer Klasse und der Aufstieg in die A-Klasse Alsfeld unter dem damaligen Trainer Erwin Ludwig aus Dreihausen. Die Meistermannschaft spielte mit Helmut Frischholz, Heinz Wellner, Dieter Strupf, Günter Gröb, Gerhard Müller, Siegfried Werner, Rainer Gröb, Heinz Reiß, Lothar Lorch, Horst Scholl, Fritz Fina sowie Alfred und Horst Simon. Nach kurzem Höhenflug stieg man wieder in die B-Klasse ab.