„Kommunalwahlkampf hat schon begonnen“
20.08.2010 - GREBENAU
Grebenauer Fraktionen einig in Kritik an Klaus Krug
(rwh). Noch nicht gegründet und schon in der Kritik. Dies gilt für die „Gründchenliste“, die Klaus Krug ins Leben rufen will. Dass der (Noch)-CDU-Politiker die für heute vorgesehene Gründung mit kritischen Anmerkungen an den Parteien im Gründchen begründet hatte, rief gestern die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung auf den Plan. In einer gemeinsamen Pressekonferenz verwahrten sie sich gegen den in Flugblättern und von Krug im OZ-Gespräch (siehe OZ vom 18. August) erhobenen Vorwurf, sich nicht in ausreichendem Maße um die Belange der Gründchen-Bewohner zu kümmern.
Die Liste der Themen, die nach Einschätzung von Krug und seiner Mitstreiter in Grebenau auf eine Lösung warten, von Ärzteversorgung bis zur Müllabfuhr, von Bevölkerungsentwicklung bis Kindergarten, von Straßenbeiträgen bis Fremdenverkehr, sind für Helmut Ihm, den Vorsitzenden der SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung, „doch alles alte Hüte“. Mit der Auflistung dieser Themen werde „so getan, als ob hier nichts gelaufen wäre“, erklärte Ihm. Auch im Namen von Gerd-Dieter Kaiser, dem CDU-Parteivorsitzenden, SPD-Stadtrat Klaus Weitzel, Rudolf-Dippel, dem Vorsitzenden der FWG-Fraktion und Renate Herrmann, Stadträtin der FWG, stellte er dagegen fest: „Das stimmt einfach nicht“.
Die fünf Kommunalpolitiker machten deutlich, kein Verständnis für den Vorwurf zu haben, die Parteien kümmerten sich nicht um die Belange der Bevölkerung, zumal es sich bei nahezu allen Fragen der Liste von Krug um Themen handle, „die schon im Parlament waren“. Rudolf Dippel verband diese Feststellung mit dem Vorwurf an die Adresse von Klaus Krug, schon längst hätte handeln zu können. Seit zwanzig Jahren sei er kommunalpolitisch tätig, seit sechzehn Jahren als Vertreter des Bürgermeisters. „Er hat alles mitbekommen, nie geredet, nie einen Antrag gestellt. Jetzt kommt er und will das Gründchen verändern.“ Für Dippel ist dies nach so vielen Jahren „unkameradschaftlich“.
CDU-Vorsitzender Gerd-Dieter Kaiser sieht persönliche Ambitionen von Krug in der geplanten Gründung der Wählerinitiative. „Der Knackpunkt ist: Er will Bürgermeister werden“, sagte Kaiser. Die Wählerinitiative werde als Plattform benötigt, weil dies, so Kaiser, „über die CDU nicht möglich ist.“ Die Grebenauer Union hatte das frühere SPD-Mitglied Krug, der in den 90-er Jahren die Partei gewechselt hatte, 2007 nach der letzten Bürgermeisterwahl aus der Fraktion ausgeschlossen, nachdem sie ihm mangelnde Unterstützung für den CDU-Kandidaten Kaiser vorgeworfen hatte. Sein Amt als Erster Stadtrat hatte er dessen ungeachtet weiter behalten. Dem Kreistag gehört Klaus Krug als Mitglied der CDU-Fraktion an. Ob die für heute vorgesehene Gründung einer Wählerinitiative Konsequenzen für das CDU-Mitglied Klaus Krug hat - darüber wurde möglicherweise schon gestern Abend entschieden. Turnusgemäß traf sich am Abend der CDU-Kreisvorstand. es darf davon ausgegangen werden, dass die aktuelle Entwicklung in Grebenau ein Thema der Sitzung war.
Unbestritten für die Grebenauer Kommunalpolitiker steht fest, was Helmut Ihm gestern formulierte: „In Grebenau hat sieben Monate vor dem 27. März der Kommunalwahlkampf begonnen.“