Junge Autoren und ihre unterschiedlichen Welten
09.02.2012 - ALSFELD, STADT
OVAG-Jugend-Literaturpreis: Autoren zu Gast in zwei Alsfelder Schulen
ALSFELD (gsi). Zum achten Mal bereits wurde er vergeben, der Jugendliteraturpreis der OVAG, und zum achten Mal hatten die Gewinner Gelegenheit, ihre eingereichten Geschichten in einem Buch zu veröffentlichen. Mit einer Lesetour durch die Schulen ihres Einzugsgebietes will die OVAG auf diesen Wettbewerb aufmerksam machen und dafür sorgen, dass auch in den nächsten Jahren viele junge Menschen im Alter von 14 bis 23 Jahren ihre Storys einreichen.
Auf die Gewinner warten - so wie auf die 22 diesjährigen Preisträger - nicht nur die obligatorischen Preise, sondern auch die Teilnahme an einem mehrtägigen, mit hochkarätigen Journalisten und Literaten besetzten Workshop, die Veröffentlichung ihrer Geschichte in einem Buch sowie das Besprechen eines Hörbuchs - Erfahrungen, die weit über die schriftstellerische Tätigkeit der jungen Menschen hinausgehen und die der OVAG-Vorstand daher durchaus als Zukunftsförderung versteht.
An 30 oberhessischen Schulen lesen die Preisträgerinnen und Preisträger des Lesewettbewerbs aus dem Jahr 2011 in unterschiedlicher Besetzung, drei Wochen lang dauert die Lesetour der OVAG. Nach Alsfeld gekommen waren gemeinsam mit Caroline Schröder und Silke Rodemerk von der OVAG die Preisträger Juliane Porter, Carlotta Pötter und Christian Sedlak. Die drei lasen am Montagvormittag zunächst in der Max-Eyth-Schule, später vor den Schülern der Eingangsstufe der Albert-Schweitzer-Schule, wo sie von Felicitas Zierk, am Alsfelder Gymnasium zuständig für die Förderung der Lese- und Schreibkompetenz, und von Alsfelds Erstem Stadtrat Jürgen Udo Pfeiffer begrüßt wurden. Dieser würdigte die Leistungen der jungen Autoren, die sich aus mehr als 300 Bewerbern als Preisträger herauskristallisiert hatten. Sie widerlegten die landläufige Meinung, dass Jugendliteratur nur von Autoren jenseits der 60 geschrieben werden könne. Die Teilnahme an einem solchen Wettbewerb erachtete Pfeiffer als sehr mutig, nicht nur, weil das Ende offen sei, sondern auch weil man mit seinen Gedanken an die Öffentlichkeit gehe und, mehr noch, sich einer kritischen Jury aussetze. „Schreiben heißt sich selber lesen“, zitierte der frühere Lehrer den Autor Max Frisch und dankte der OVAG für die Möglichkeit, die sie jungen Menschen mit diesem Wettbewerb eröffne.
„Viel Arbeit, eine harte Jury und ein langer Weg“ liegen hinter den Autoren, bestätigte auch Caroline Schröder. Sie bat zunächst Carlotta Pötter ans Mikrofon, die mit „Felia“ die schaurige Geschichte einer Besessenheit geschrieben hatte. Wie kommt ein junges Mädchen auf einen solchen Plot - das fragten sich auch die Zuhörer in der Aula der Albert-Schweitzer-Schule in der Krebsbach, denn Carlotta Pötter erzählt nicht nur von den erfolglosen Versuchen der Ärzte in der Psychiatrie, das Mädchen Felia von den Stimmen, die sie hört, zu befreien, sondern deutet auch eine Teufelsaustreibung an, die den Dämon des Mädchens jedoch nicht dauerhaft vertreibt. Dabei gibt die junge Autorin ihre Stimme, bedrohlich und tief, dem Unbekannten, der das Mädchen besitzt, und, schüchtern und leise, Felia selbst.