Was Sahnetörtchen mit Krisen zu tun haben
25.06.2010 - ALSFELD
Nadja Lins referiert beim Sekretärinnen-Netz
(gsi). Das Wort „Krise“ hat in den vergangenen Jahren einen steilen Aufstieg genommen: Als „Finanzkrise“ zum Wort des Jahres 2008 avanciert, hat die „Krise“ in allen ihren Facetten inzwischen einen festen Platz in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erobert und auch im Privatleben kriegt man sie oft genug, die Krise. Was aber hat sie mit einem Sahnetörtchen zu tun? Mehr als man denkt, so viel sei vorweg genommen, und das erarbeiteten in zwei Workshops insgesamt knapp vierzig Teilnehmerinnen - darunter ein Mann, der sich heute mal dem weiblichen Plural unterordnen muss - gemeinsam mit Business Coach Nadja Lins. Auf Einladung des Sekretärinnen-Netz Vogelsberg fanden die gut besuchten Impulsveranstaltungen im Restaurant Pfefferhöhe statt, gefördert auch mit Zuschüssen von Vogelsberg Consult, dem Kreis und ESF-Mitteln der Europäischen Union.
Nach der Begrüßung durch Anette Wettlaufer von Vogelsberg Consult stellte sich die vielseitige Referentin in einem kurzen Trailer und einigen Fotos kurz vor. Hinter jedem Foto stecke eine Krise, kam Nadja Lins direkt aufs Thema, das sie mit Authentizität, unverhohlenem komödiantischen Talent und voller Energie anging. Nach einer Vorstellrunde reflektierten die Teilnehmerinnen gemeinsam die Bedeutung des Wortes „Krise“: „K“ können für Konflikt stehen, „R“ für Ratlosigkeit, „I“ für Isolation, „S“ für Schnecken im Garten und „E“ auch für den Elan, die Krise zu lösen. Für das Wort Krise selbst erarbeitete man viele Synonyme, die diesem Begriff ein wenig die Aussichtslosigkeit nahmen, die die Probleme spezifizierten und dadurch Lösungswege aufzeigten: „Angespannte Situation“, „vertrackte Beziehung“, „bedrohliche Lage“.
Krise, so ein erstes Fazit, definiere sich also als das Erreichen einer kritischen Situation, die jeder jeden Tag mehrfach meistern müsse. Mit einem ersten Impuls richtete sich Nadja Lins nach dieser Erkenntnis an die Teilnehmerinnen: „Krisen sind das Leben - sonst nix!“ „Am Anfang seines Lebens hat jeder sein Kontingent an Mist gebucht“, so die Überzeugung des Business Coach, „die Frage ist nur, wann holt man wie viel davon ab?“ Und wie geht man damit um? Jede Teilnehmerin war nun gebeten, ihr eigenes Krisenverhalten zu bedenken: aussitzen, lospoltern, relativieren, in Bewegung kommen? Krisen menschlich lösen, sie in die Hand nehmen war das Angebot von Nadja Lins. „Sie suchen eine hilfreiche Hand? Sie finden Sie am Ende Ihres Arms!“ Ein eindeutiger Hinweis der Expertin auf den zweiten Impuls, den sie für ihre Gäste parat hatte: „Krisen sind persönlich zu behandeln - in Eigenverantwortung!“
Mit Blick auf die typisch weibliche Eigenschaft, immer Ja zu sagen, sich ständig neue Jobs an Land zu ziehen und mehr und mehr das Gefühl zu haben, nicht fertig zu werden, entwarf sie das Bild des Energiefasses: Beruf, Familie, Soziales und die eigene Person hängen darin unabdingbar zusammen: ein Erfolgserlebnis in dem einen Bereich, zum Beispiel im Beruf, beflügele die anderen Bereiche - leider gelte das auch umgekehrt und so werde aus einer privaten schwierigen Lage oft auch eine angespannte Situation an der Arbeit.