"Dem Betrachter Raum geben für eigene Phantasien"
29.05.2010 - ALSFELD
"einzigARTig" - Ausstellungseröffnung mit Werken der Künstlerin Andrea Zimmer
(gsi). Am Vorabend der Eröffnung der Alsfelder Kulturtage fand am Donnerstag in der Hauptstelle der VR Bank HessenLand die Vernissage zur Ausstellung "einzigARTig" statt. Mit der aus Alsfeld stammenden und inzwischen im Stuttgarter Raum lebenden Künstlerin Andrea Zimmer folgt die VR Bank dem Anspruch der Kulturtage, heimischen Künstlern ein Forum zu geben.
"Froh und stolz", diese Ausstellung zu präsentieren, zeigte sich Helmut Euler, Vorstandsvorsitzender der VR Bank, als er die Künstlerin - "aus der Ferne in die alte Heimat gekommen" - und die zahlreichen Gäste der Vernissage begrüßte. Es sei eine gesellschaftliche Verantwortung, sich kulturell und sozial zu betätigen, so Euler, der betonte, dass seine Bank dieser Pflicht noch stärker nachkommen werde: "Nur was wir machen führt zu etwas, nicht das, was wir nicht machen." Seinen Dank an die Künstlerin griff diese gerne auf, denn auch sie freute sich über die Möglichkeit, eine solche Ausstellung in ihrer Heimatstadt präsentieren zu dürfen.
Die Frage nach der Intension und dem Grund, warum sie male, stelle sich nicht bei ihren Bildern, denn die Antworten darauf müsse der Betrachter in sich selbst finden. "Jeder Mensch ist individuell und nimmt mit seinen Sinnen wahr", so An-drea Zimmer, die deshalb auch darauf verzichtet, ihren Bildern Titel zu geben. "EinzigARTig", so erläutert sie mit Bezug auf den Namen ihrer Ausstellung, sei sie selbst, genauso wie ihre Bilder und die Betrachter. Kaum Gegenständliches sei auf der Ausstellung zu finden, vielmehr stehe das Spiel mit Farben und Formen im Vordergrund. Der Betrachter solle nah dran gehen, die Bilder auf sich wirken lassen und spüren, ob und in welcher Weise sie ihn ansprechen. Ein guter Tipp, denn gerade der Wechsel der Perspektive eröffnet dem Betrachter ganz andere Sichtweisen der einzelnen Werke.
Acryl auf Leinwand ist die meistverwendete Technik der Künstlerin, oftmals ergänzt mit Gips, Papier und Sand. Materialien, die es ihr ermöglichen, den zweidimensionalen Raum zu durchbrechen. Durch die Verwendung von Blattgold und anderen glänzenden Farben schimmern einige der Werke Andrea Zimmers geheimnisvoll und schaffen neben der ihnen eigenen Ästhetik tatsächlich viel Raum für Assoziationen. Auch unterschiedliche Lichteinfälle kreieren stets neue Ansichten der Bilder, so wirken sie meist im Morgenlicht ganz anders als am Abend, erläuterte die Künstlerin.
Eigentlich, sagte sie, male sie schon immer, doch den Schritt an die Öffentlichkeit wagte sie erst vor einigen Jahren. Dies jedoch mit wachsendem Erfolg, zu dem sich auch ein liebevoll gestaltetes Kinderbuch gesellt hat. Die Autodidaktin probiert gerne aus und ist am Ende oft selbst überrascht von dem fertigen Bild. Sie sei eine große Bewunderin Gustav Klimts, antwortete sie, gefragt, welche Künstler sie inspirierten. Doch an dessen Werke in irgendeiner Weise anzuknüpfen, das versuche sie auf keinen Fall. So gelingt ihr auch eine ganz eigene, homogene Handschrift - davon konnten sich die Gäste der Vernissage überzeugen, im Hintergrund begleitet von Yannick Tost am Saxofon und Colin Morgenstern am Klavier, die mit leisem Jazz und Blues zum Ambiente der Vernissage beitrugen.
Zu sehen ist die Ausstellung von Andrea Zimmer noch bis zum 18. Juni in den Räumen der VR Bank HessenLand zu den üblichen Schalterzeiten.