Hahn räumt Einsparungen bei Bewährungshilfe ein
22.05.2010 - GIESSEN
Pilotprojekt „Büro-sharing“ für Bewährungshelfer gestartet - Neue Räume bei Bänninger
(cz). Die Beratungsstelle der Bewährungshilfe Gießen ist in neue Räume umgezogen. Hinter diesem Fakt verbergen sich zwei wesentliche Neuerungen im Bereich des Landgerichts Gießens: Zum einen wurden die Dienststellen Gießen und Friedberg zusammengelegt, zum anderen startet mit der Zusammenlegung das Pilotprojekt des „Büro-sharings“ im Bereich des Justizwesens, das der hessische Justizminister Jörg-Uwe Hahn gestern bei seinem Besuch vorstellte.
Bisher hatte die Bewährungshilfe zwei Standorte: in Gießen in der Ostanlage und in Friedberg. Dort hatte jeder Angestellte sein festes Büro. Dies hat sich grundlegend geändert. Die 19 Mitarbeiter der Bewährungshilfe Gießen teilen sich jeweils mit einem Kollegen einen stationären Arbeitsplatz, so dass lediglich die Hälfte an Büroequipment und -fläche benötigt wird, erläuterte Hahn. „Das spart eine Menge an Kosten, ohne dass die Qualität leiden soll“, gab der Minister offen zu.
Hinzu kommen noch zwei Arbeitsplätze innerhalb der Geschäftsstelle, so dass insgesamt 21 Mitarbeiter in der Geschäftsstelle arbeiten, die für den gesamten Bereich des Landgerichts zuständig sind, der bis nach Alsfeld und Friedberg reicht. „Denn Sie, die Bewährungshelfer, sind oftmals nicht im Büro zu finden, sondern draußen bei ihren Probanden.“ Um diese Flexibilität zu ermöglichen und dennoch jederzeit Zugriff auf die hoch sensiblen Daten zu gewährleisten, wurde jeder der Angestellten neben seinem Diensthandy auch mit einem Laptop ausgestattet.
Hahn dankte abschließend allen Mitarbeitern der Bewährungshilfe und der Leitung des Landgerichts Gießen für ihre Bereitschaft, das Projekt „Büro-Sharing“ zu starten: „ Wir wollen es versuchen, aber fühlen Sie sich bitte nicht als Versuchskaninchen.“
Regierungsdirektor Martin Lesser, Leiter der Justizvollzugsanstalt Gießen, lehnte eine zu große Flexibilisierung für seinen Bereich ab: „Unsere Beamten müssen schon in der JVA bleiben“. Er lobte indessen die gute die Kooperation zwischen der Justiz und den Bewährungshelfern, so dass die Vernetzung zwischen beiden Institutionen sehr eng sei.
Für das Landgericht Gießen, zu der die Beratungsstelle organisatorisch gehört, sprach Vizepräsident Dr. Dietwin Johannes Steinbach seinen Dank direkt an den Minister aus, da dieses Pilotprojekt in die Zeit passe und zukunftweisend sei. Durch diesen Umzug und die Zusammenlegung sei die Sachmittelausstattung erheblich verbessert worden.
Rolf Bayer, Sprecher der Bewährungshelfer des Landgerichts Gießens, begrüßte diese moderne Arbeitsstruktur, da sie ihm und seinen Kollegen mehr Flexibilität ermögliche. Er bedankte sie zudem bei allen Verantwortlichen, die ihn und seine Kollegen von Anfang an miteinbezogen hätten, so dass sie alle immer das Gefühl gehabt hätten, Teil des Teams zu sein. Er versprach, dass sie ihren Beitrag dazu leisten würden, dass das Projekt ein Erfolg wird.