Zwölfjähriger Junge blieb ohne Ticket in Alsfeld stehen - "Ein Missverständnis"
(aep). Nicht die richtige Fahrkarte dabei - dann gilt auch für Kinder keine Gnade. Nachdem die Deutsche Bahn mit einem solchen Handlungsschema ihrer Schaffner mehrfach Negativ-Schlagzeilen machte, wurde ein ähnlicher Fall jetzt auch aus Alsfeld bekannt: Dort blieb an einem Abend im Februar ein zwölfjähriger Junge stehen, der eigentlich mit dem Anruf-Sammeltaxi in seinen Wohnort Kirtorf fahren wollte.
"Das war am Anfang des Monats, und ich hatte noch die Fahrkarte vom Vormonat dabei", erzählte der Junge gegenüber der OZ. Wie in jeder Woche hatte er an dem Nachmittag noch Sport. Und anschließend wollte er im Dunkeln mit dem Anrufsammeltaxi heimfahren. Die Fahrkarte der Verkehrsgesellschaft Oberhessen hätte ihn auch zur Fahrt mit dem AST berechtigt.
Doch der Fahrer des Taxis ließ ihn am Bahnhof nicht einsteigen, weil er statt der Februar- nur die Januar-Monatskarte vorweisen konnte. Der Fahrer fragte über Funk bei der Zentrale um Rat: Er habe " eine Person ohne Fahrkarte" vor sich, habe der Mann berichtet. Die knappe Antwort übers Funkgerät: Dann könne die Person eben nicht mitfahren. Mehr Interesse zeigten weder Fahrer noch Mitarbeiter in der Zentrale an dem kindlichen Fahrgast.
Der junge Mann musste seine Eltern anrufen, die ihn dann heim brachten - voller Wut über die Ignoranz des Taxi-Unternehmens, das bei der folgenden Beschwerde selbst auf eine Anweisung seitens der Verkehrsgesellschaft Oberhessen gepocht habe: keine Fahrt ohne Fahrschein.
"Ein Missverständnis"Doch bei der Verkehrsgesellschaft Oberhessen zeigt man sich betroffen über den Fall. "Es gibt keine solche Anweisung seitens der VGO", versichert Kirsten Schmidt als Leiterin des Standortes Alsfeld: "Wir nehmen unseren Fahrgast-Auftrag sehr ernst." Der ganze Vorfall beruhe lediglich auf einem Missverständnis innerhalb des Taxi-Unternehmens: "Da ist ein unglücklicher Umstand zum nächsten gekommen. Man hat sich bei den Eltern schon entschuldigt." Die Leiterin zeigt sich sicher: "Wir gehen davon aus, dass sich so etwas nicht wiederholt."